Das Kopfrennen der Streaming-Giganten

Das Fernsehen verliert langsam aber sicher seinen Reiz. Wer nicht die fünfte Wiederholung The Big Bang Theory oder die neuste „geniale“ Castingshow schauen möchte, greift schon längst auf Alternativen im Netz zurück. Ganz vorne dabei sind neben Maxdome, Watchever und Co vor allem die zwei Streaming-Riesen Amazon Instant Video und Netflix. Doch wer hat da eigentlich die Nase vorne?

Der Preis

Nachdem Netflix neulich aufgeschlagen hat, kostet der Netzanbieter im Standard-Abo 9,99€. Damit kann auf zwei Geräten gleichzeitig ein Account benutzt werden. Mit dem Premium-Abo für 11,99€ im Monat sind manche Inhalte sogar in Ultra-HD Auflösung erhältlich. Außerdem können gleich vier Personen einen Account nutzen. Wer teilt, zahlt also umgerechnet nur 3€.

Amazon schlägt zwei Fliegen mit einer Klappe. Der Nutzer kann zum einen Instant Video für 7,99€ im Monat buchen, um auf die Mediathek zuzugreifen. Die deutlich schlauere Variante ist das Amazon Prime Paket, in dem das Film und Serienangebot ebenfalls mitenthalten ist. Hier zahlt man umgerechnet 49€ im Jahr, also umgerechnet 4€ pro Monat. (Anm.: Ab Januar 2017 erhöht Amazon den Preis für diesen Service auf 69€. Mehr Infos hier.) Für Studenten ist das Schnäppchen derzeit sogar für 24€ zu haben. Aber Achtung: Nicht alle Filme und Serien sind in dem Paket kostenlos erhältlich. Gerade für aktuellere Filme fordert Amazon zusätzlich Kauf- oder Leihgebüren.

Das Angebot

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Über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten. Fest steht aber, Netflix ist ein absoluter Serien-Garant. Neben beliebten und preisgekrönten Serien wie „How I Met Your Mother“, „Breaking Bad“ und der klassischen Star-Trek-Reihe, punktet es vor allem mit eigenproduzierten Werken. „Orange is the New Black“, „Narcos“, „BoJack Horseman“ und „Stranger Things“ sind nur ein kleiner Ausschnitt der immer länger werdenden Liste.

Aber auch filmtechnisch hat Netflix einiges zu bieten. Auch hier kann der Streamingdienst vor allem Klassiker wie „Pulp Fiction“, „Forrest Gump“ und etliche Disney-Filme vorweisen. Aber auch etwas aktuellere Stücke wie die Hobbit-Reihe und „22 Jump Street“ sind im Angebot enthalten. Auffallend ist, das vor allem preisgekrönte Streifen im Programm enthalten sind. Netflix‘ Motto lautet: „Wir nehmen nur die Besten“.

amazon

Instant Video glänzt mit einer gutgemischten Auswahl. Der Streamingdienst produziert ebenfalls eigene Serien, wie das Emmy-Preisgekrönte Werk „Transparant“ oder „The Man in the High Castle“. Mit nur rund 400 Serien im 49€-Prime Paket hat Netflix in dieser Riege aber die Nase vorn.

Im Filmbereich kann Amazon aber mit aktuelleren Blockbustern punkten. Mit „Mission Impossible – Rouge Nation“, „John Wick“ und der Tribute von Panem-Reihe und vielen mehr sind einige bekannte Action- und Abenteuerstreifen im Programm dabei.

Interessant ist auch, dass Stiftung Warentest im März 2015 laut Giga.de einen Test der Medienangebote verschiedener Streamingdienste gemacht hat. Netflix landete dort, aufgrund eines mangelnder Filmauswahl nur auf Platz 4. Amazon staubte den ersten Platz ab.

Das Konzept

Die Kauf- und Leihoptionen bei Instant Video gelten als umstritten. Viele sehen es als Pluspunkt, noch aktuellere Streifen erwerben zu können. Immerhin sind dadurch insgesamt rund 11.000 Filme und Serien erhältlich. Andere sehen es als Provokation, neben dem Abonnement noch mehr Geld auszugeben. Fakt ist aber, diese Möglichkeit bietet Netflix den Usern nicht.

Auch der fehlende Offline-Modus galt oft als Kritikpunkt für Netflix, bis dieser vor Kurzem eingeführt wurde.  Wie bei der Konkurrenz von Amazon, gibt es jetzt für Nutzer die Möglichkeit, die Medien im voraus herunterzuladen und bequem auf der Zugfahrt, im Flugzeug oder unterwegs ohne Internet abzurufen.

Was die Wahl der Audio- und Untertiteloptionen angeht, hat Netflix die Nase vorn. So gut wie alle Produkte sind in der Originalfassung und oft in weiteren Sprachen erhältlich. Allerdings besitzt Instant Video dafür die sogenannte X-Ray-Funktion, mit der in jeder Szene die gerade gezeigten Schauspieler und Hintergrundinfos angesehen werden können, ohne den Film zu unterbrechen.

Fazit

Beide haben sowohl Vorteile als auch Nachteile vorzuweisen. Während Netflix für echte Film- und Serienkenner die Klassiker anbietet und vor allem mit den eigenproduzierten Stücken punktet, glänzt Instant Video durch den Preis und Aktualität. Wer die Vorzüge beider Dienste genießen will und das nötige Kleingeld hat, abonniert am besten gleich beide.

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